Die Entwicklung der Typen M. 7 bis M.10

Parallel zur weiteren Entwicklung der M.5 liefen bis Januar 1915 auch mehrere Experimente mit anderen Flugzeugen. So wurde, wie bereits erwiihnt, auch die Produktion der M.7 wieder aufgenommen. Einige Flugzeuge dieses Typs fanden ihren Weg zur Marine und zum Fleer. Aber die M.7 wurde von Ungliicksfallen iiberschattet. Die gesamte Tragfliigelkonstruktion war zu schwach und so brachen bei drei M.7 (Fok. B.) im Flug die Tragflache ab. Sie wurde daraufhin mit einem Flugverbot belegt und muftte neue Tragflachen bekommen. Nach diesen Modifikationen stieg ihr Gewicht erheblich an und sie wurde somit nicht verwendbar fiir den Militardienst. Einige der Flugzeuge wurden an Fokker zuriickgegeben und von ihm als Trainer verwendet. Fokker erhielt eine Fok. B. von der Marine zuriick, um mit ihr weitere Versuche anzustellen ein Wasserflugzeug zu entwerfen. Er modifizierte das Flugzeug und stattete sie mit den immer noch existierenden Schwimmern der Fokker W.2 aus. Auch an den Tragflachen wurden einige Anderungen vorgenommen. Sie erhielt die Werksbezeichnung W.3 und wurde genau wie ihre Vorgangerinnen ein Reinfall.

Anthony Fokker probierte auch etwas neues in Landflugzeugen aus. Die Rede ist hier von der M.9. Die M.9 wurde aus Teilen der M.7 "zusammengebastelt". Sie war ein doppelriimpfiger Doppeldecker. Fokker verwendete hierbei zwei M.7 Riimpfe, die er durch ein mittleres Tragflachenstiick verband. In der Mitte des Ganzen wurde ein Rumpf eingebaut, der dem Piloten sowie zwei Umlaufmotoren, einen im Heck und einen im Bug, Platz bot. Die seitlichen Riimpfe erhielten im vorderen Teil eine Kanzel, die mit je einem Maschinengewehr ausgestattet werden sollten. Am Heck befand sich keinerlei Verbindungsstiick zwischen den beiden Riimpfen. Schon nach extrem kurzen Versuchen brach Fokker die Experimente mit diesem Flugzeug wieder ab und liefi es demontieren. Hatte er weiterhin an der Entwicklung der M.9 arbeiten lassen, so ware moglicherweise doch noch ein brauchbares Flugzeug daraus geworden.

Die M.10 war eine Weiterentwicklung der M.7 Und wurde in einer kleinen Serie vorwiegend an Osterreich – Unearn geliefert. Als Triebwerk kamen bei ihr sowohl der 80 PS Oberursel als auch der 100 PS Oberursel Umlaufmotor zum Einsatz’). Fokker lieft eine Variante des Flugzeugs anfertigen, die mit einem 100 PS ‘) Die Fokker-Flugzeug-Waffen-Fabrik wurde im Verlauf des Jahres 1916 durch die Verlegung der Waffenabteilung der Fokker-Werke von Schwerin nach Berhn-Reimckendorf gegriindet. Die Verlegung wurde notig, da die Waffebfabrik Lowe in Berlm-Spandau, die das schwere, wassergekuhlte M. G. 08 fertigten, nicht dazu bereit bereit waren notwendige Umbauten fur die Verwendung des Gewehrs in der Fliegermippe vorzunehmen. Der Weg der Waffe von Berlin nach Schwerin und von dort nach erfolgtem Umbau zu den einzelnen Flugzeugherstellern, erwies sich als zu umstandlich. Die Arbeiten wurden erheblich dadurch vereinfacht, daft die Fokker-Flugzeug-Waffen – Fabnk nach Berlin-Reinickendorf verlegt wurde.

*) In diesem Zusammenhang gibt es einige interessante Anmerkungen zu machen, fur die hier leider der Raum fehlt. Vgl. Engels: Das l&cuencLM. G. 08/15, ISBN 3-930571-54-4, 1996.

Mercedes Reihenmotor betrieben wurde. Sie stellte sich als zu schwer heraus. Eine weitere Variante besaft eine groftere Spannweite und war darum mit je einem Strebenpaar pro Fliigelseite ausgestattet. Zur besseren Unterscheidung wurde die eine Variante M.10E und die andere M.10Z genannt. Hierbei standen die Buchstaben fur "Einstielig" oder entsprechend "Zweistielig".

Am 7.Juni 1915 wurde der Prototyp M.10 in Schwerin abgenommen. Die M.10Z bestand ihre Erprobung am 17.November 1915 und wurde daraufhin zur Absolvierung ihre Typenpriifung nach Adlershof gebracht1).

Anthony Fokker versuchte auch mit weiteren Varianten seiner Flugzeuge einen brauchbaren neuen Тур herauszubringen. Aber es gelang ihm nicht. Seine bisherigen Prototypen waren einfach nicht mehr effektiv zu verbessern. Sie gaben zu wenig her.

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